Kaminofen anzünden

Kamin anzünden: So machen Sie es richtig

Draußen liegt Schnee und die kalte Luft zeichnet Kristallblumen an die Fenster. Ein warmes Kaminfeuer verbreitet für viele pure Gemütlichkeit. Bevor Sie sich jedoch entspannt auf der Couch zurücklehnen und die heiße Schokolade am Kamin genießen können, muss das Feuer erst einmal entfacht werden. Bei uns erfahren Sie, was es beim Kamin anzünden zu beachten gibt und welches Holz sich dafür am besten eignet. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, die nicht nur für Kamin-Neulinge interessant sind, sondern auch für Erfahrene. So wird das Kaminofen anzünden verständlich erklärt und geht Ihnen in Zukunft ganz leicht von der Hand – für ein sicheres, sauberes und gemütliches Feuererlebnis.

Den Kamin richtig vorbereiten

Ein gemütliches und sicheres Kaminfeuer beginnt immer mit der richtigen Vorbereitung. Voraussetzung für das erfolgreiche Kamin anzünden ist ein sauberer Kaminofen mit einem gut funktionierenden Zug. Dieser sorgt dafür, dass ausreichend Verbrennungsluft in den Feuerraum gelangt und die beim Heizen entstehenden Rauchgase zuverlässig über den Schornstein nach außen abgeführt werden. Nur so brennt das Feuer gleichmäßig und effizient.
Kamin wird ausgefegt
Ob der Zug Ihres Kaminofens einwandfrei funktioniert, können Sie ganz einfach selbst prüfen. Zünden Sie ein Streichholz oder einen Zündspan an und halten Sie ihn vorsichtig in den Feuerraum. Wird die Flamme deutlich nach oben in Richtung Schornstein gezogen, ist der Zug ausreichend. Bleibt die Flamme ruhig oder schlägt sogar nach außen, sollten Sie vor dem Kamin anzünden zunächst die Ursache prüfen, um Rauchentwicklung im Wohnraum zu vermeiden.
Achtung: Haben Sie den Kamin über einen längeren Zeitraum nicht benutzt oder herrscht eine ungünstige Wetterlage mit wenig Luftdruck, kann es vorkommen, dass der Zug nicht ausreichend funktioniert. In diesem Fall zeigt die Flamme nach unten, flackert unruhig oder glimmt nur schwach. Verzichten Sie dann unbedingt auf das Kamin anzünden, da Rauchgase in den Wohnraum gelangen können. Prüfen Sie stattdessen zunächst die Funktionsweise des Kamins und sorgen Sie gegebenenfalls für eine Vorwärmung des Schornsteins oder ausreichend Frischluft. Bei anhaltenden Problemen sollte der Schornsteinfeger hinzugezogen werden, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Was ist ein Lockfeuer?

Kaminofen anzünden mit Anmachhölzern
Manchmal steht die Luft im Schornstein und benötigt etwas Unterstützung, um wieder in Bewegung zu kommen. In diesem Fall kann das Kamin anzünden erschwert sein. Abhilfe schafft ein sogenanntes Lockfeuer. Entfachen Sie dieses am besten mit ein paar Holzspänen, da sie schnell entflammen und rasch warme Luft erzeugen, die nach oben steigt. So wird die kalte Luft aus dem Schornstein verdrängt, der sogenannte Kamineffekt setzt ein und der Kamin erhält wieder den nötigen Zug, um das eigentliche Feuer sicher zu entzünden.
Tipp: Möchten Sie vor dem Kamin anzünden kein Lockfeuer entfachen, können Sie alternativ einen Heißluftföhn verwenden. Blasen Sie für einige Minuten warme Luft in das Rauchrohr. Dadurch entsteht derselbe Effekt wie beim Lockfeuer und der Schornsteinzug verbessert sich deutlich.

Welches Holz eignet sich zum Kamin anzünden und Heizen?

Damit das Kamin anzünden leicht gelingt und Ihr Feuer anschließend gleichmäßig und effizient brennt, kommt es auf die richtige Holzauswahl an. Grundsätzlich wird zwischen Holz zum Anfeuern und Brennholz zum Heizen unterschieden. Beide Holzarten erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten gezielt eingesetzt werden, um Rauchentwicklung zu vermeiden und eine optimale Wärmeleistung zu erzielen.

Holz zum Kamin anfeuern

Zum Kaminofen anzünden benötigen Sie Holz, das schnell entflammt und rasch Hitze erzeugt. Dafür eignen sich Späne oder dünne Stäbchen aus Weichholz wie Fichte oder Kiefer besonders gut. Diese sogenannten Anzündhölzer sind meist daumendick und lassen sich auch leicht selbst herstellen, indem Sie kleine, kantige Holzstücke aus einem Scheit abspalten. Ungleichmäßige Formen bieten dem Feuer mehr Angriffsfläche und erleichtern das Anzünden deutlich. Lagern Sie das Anmachholz am besten trocken und griffbereit in Kamin­nähe.

Brennholz zum Heizen – Buche, Eiche oder Birke?

Für das eigentliche Heizen eignen sich getrocknete Holzscheite aus Laubhölzern. Sie brennen langsamer, gleichmäßiger und hinterlassen weniger Rückstände als Nadelholz. Besonders beliebt sind Buche und Eiche, da sie eine lange Brenndauer und eine hohe Wärmeabgabe bieten. Birke überzeugt zusätzlich durch ihr schönes Flammenbild und einen angenehmen Geruch. Die Holzscheite sollten einen Durchmesser von etwa 6 bis 12 cm haben und eine Restfeuchte von maximal 20 % aufweisen, um Rauch und Qualm zu vermeiden.
Holzscheite im offenen Kamin anzünden

Brennholz richtig lagern

Lagern Sie Ihr Brennholz luftig und trocken, zum Beispiel in Kaminholzregalen oder überdachten Holzlagern. Gut gelagertes Holz erleichtert nicht nur das Kamin anzünden, sondern sorgt auch für eine saubere Verbrennung. Alternativ können Sie auch Holzbriketts verwenden, die sehr gleichmäßig abbrennen und langanhaltende Wärme liefern.

Kamin anfeuern: Schritt für Schritt

  1. Kamin überprüfen und Zug herstellen

    Zuerst prüfen Sie den Zug des Kamins wie oben beschrieben. Besonders wichtig ist das, wenn Sie ihn länger nicht genutzt haben: zum Beispiel nach dem Sommer. Öffnen Sie die Kaminklappe und halten Sie das brennende Streichholz hinein. Wenn die Flamme nicht nach oben gesogen wird, dann wird sich der Rauch mit seinen schädlichen Stoffen in Ihrem Wohnzimmer verteilen, wenn Sie den Kamin trotzdem benutzen. Wenn der Kamin und der Schornstein gut in Schuss sind, aber kein Zug vorhanden ist, probieren Sie es mit dem Lockfeuer oder dem Heißluftföhn.

  2. Holz aufschichten

    Nehmen Sie zwei Holzscheite und legen Sie diese im Abstand von 10 cm längs zur Öffnung in den Kamin. Dazwischen kommt der Kaminanzünder (zum Beispiel Zündwolle, Anzündwürfel oder -sticks). Darüber werden nun locker die Anzündhölzer gelegt, möglichst über Kreuz. Wichtig ist, dass genügend Luft zwischen den Anzündhölzern ist. Denn je mehr Sauerstoff die Flamme hat, desto besser brennt sie.

  3. Kamin anfeuern

    Öffnen Sie alle Luftzuführungen. Nun ist es so weit – Sie können den Kamin anzünden. Nutzen Sie ein langes Feuerzeug, ein langes Streichholz oder einen dünnen Holzsplint, um den Anzünder unter Ihren aufgeschichteten Anzündhölzern zu entfachen. Lassen Sie herkömmliche Streichhölzer oder übliche Feuerzeuge weg. Sie sind zu kurz zum Anzünden eines Kamins. Es herrscht Verbrennungsgefahr. Genügt die Luftzufuhr nicht für schöne, helle Flammen, dann lassen Sie zunächst auch die Klappe des Aschefachs offen.

  4. Holzscheite nachlegenBrennt das gesamte Anmachholz, ist der Zeitpunkt gekommen, den ersten Holzscheit auf das Feuer zu legen. Möchten Sie eine große Hitze erzeugen, können Sie einen weiteren Scheit nachlegen, sobald der erste glüht. Mehr sollte es jedoch nicht sein. Über die Luftzufuhr und Drosselklappen regulieren Sie die Brandintensität und die Sauerstoffzufuhr. In einem idealen Kaminfeuer brennt ein Holzscheit. Und kurz vor dem Abbrennen folgt der nächste. Legen Sie zu Beginn mehrere Holzscheite in den Kamin, gibt es im Brennraum nicht ausreichend Sauerstoff. Das Holz kann nicht vollständig verbrennen und es entweichen Schadstoffe.

Beide Augen auf die Sicherheit richten

Möchten Sie gemütlich am Kamin sitzen, vergessen Sie dabei nicht Ihre Sicherheit. Achten Sie auf Folgendes:
  • Lassen Sie ein brennendes Kaminfeuer niemals unbeaufsichtigt, auch nicht für kurze Zeit.
  • Entzünden Sie den Kamin nicht bei starkem Wind oder stürmischem Wetter, da der Zug unkontrollierbar werden kann.
  • Schließen Sie niemals alle Lüftungs- und Drosselklappen, da sonst gefährliche Rauchgase entstehen können.
  • Halten Sie einen funktionsfähigen Feuerlöscher sowie eine Löschdecke stets in Reichweite.
  • Achten Sie darauf, dass sich keine brennbaren Gegenstände in unmittelbarer Nähe des Kamins befinden.
  • Lassen Sie Kinder und Haustiere niemals unbeaufsichtigt in der Nähe des Kaminofens.
Bei einem gemütlichen Kaminfeuer sollten Sie niemals das Haus verlassen oder zu Bett gehen. Beim Kamin anzünden und auch während des Betriebs kann es durch die Luftzufuhr oder die Ascheklappe vorkommen, dass sich Funken lösen und nach außen gelangen. Diese können Möbel, Teppiche oder andere brennbare Gegenstände in Brand setzen. Ein Feuerlöscher sowie eine Löschdecke im selben Raum sind daher eine sinnvolle und vorausschauende Sicherheitsmaßnahme. Auch wenn ein Kaminfeuer bei stürmischem Wetter besonders gemütlich wirkt, ist Vorsicht geboten. Starker Wind kann den Rauch zurück in den Kamin drücken, sodass dieser nicht richtig abzieht und Rauch in den Wohnraum gelangt. Verzichten Sie in diesem Fall lieber auf das Kamin anzünden, um Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung zu vermeiden. Achten Sie außerdem darauf, dass stets ausreichend Lüftungs- und Drosselklappen geöffnet sind. Wird der Kamin vollständig verschlossen, kann es zu einer gefährlichen Kohlenmonoxidansammlung kommen. Eine ausreichende Luftzufuhr ist daher unerlässlich für einen sicheren Kaminbetrieb.

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